Aktionsfeld Informatik – Positionspapier Informatik an österreichischen Universitäten


Das Word Economic Forum veröffentlichte 2016 die Liste „10 jobs that didn’t exist 10 years ago“ – alle diese Jobs sind im Bereich der Informatik angesiedelt. Informatik ist ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Wirtschaft und Forschung – dementsprechend groß ist auch der Bedarf an qualifizierten AbsolventInnen. In Österreich hinken die AbsolventInnen-Raten allerdings jenen in vergleichbaren Ländern hinterher. Dies geht mit einem im internationalen Vergleich äußerst schlechten Betreuungsverhältnis in der universitären Lehre einher.

Die Kapazitäten an den österreichischen Universitäten und Fachhochschulen müssen dringend ausgebaut werden, um dieses Potenzial zu nutzen. Der Verein „Informatik Austria – Informatik an österreichischen Universitäten“ hat dazu das Positionspapier „Aktionsfeld Informatik“ erarbeitet.

 

Zusammenfassung

Die Informatik ist für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit Österreichs von entscheidender Bedeutung. In Österreich forschen und lehren sieben Universitäten maßgeblich in der Informatik. Die Informatik ist ein herausragender Bereich der österreichischen Forschung, der eine vortreffliche Pipeline von exzellenter Grundlagenforschung hin pharmacy online zu kommerziell verwendbaren Anwendungen bietet, und hat sowohl in der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft als auch in der heimischen Industrie einen hervorragenden Ruf. Die sieben Universitäten bieten im Bachelorstudium eine fundierte, auf Problemlösungskompetenzen zielende Grundausbildung im gesamten Gebiet der Informatik, und im Masterstudium eine forschungsgeleitete, auf den Stärken der einzelnen Standorte aufbauende fortführende Ausbildung, welche AbsolventInnen sowohl für die zukünftigen Bedürfnisse der lokalen Industrie als auch für eine Laufbahn als ForscherIn hervorragend vorbereitet.

Die Informatik sieht sich aber mit einem enorm hohen Bedarf an AbsolventInnen durch Wirtschaft und Gesellschaft konfrontiert. Während die Zahl der Informatik-AbsolventInnen in der USA seit 2010 um 8-9% jährlich wächst, ist das Wachstum in Österreich viel geringer. Dies geht mit einem im internationalen Vergleich äußerst schlechten Betreuungsverhältnis in der universitären Lehre einher.

Wir sehen einen dringenden Bedarf, die Kapazitäten sowohl an den Universitäten als auch an den Fachhochschulen rasch stark auszubauen, um zusätzliche Informatik-Studierende ausbilden zu können. Dabei ist anzumerken, dass der innovative Charakter der Informatik eine breite durchgehende[1] Säule universitärer Ausbildung für die Praxis von morgen erforderlich macht. [2]

[1] i.e. Bachelor- und Masterstudien umfassend

[2] Ein weiterer Ausbau der universitären Informatik ist auch deshalb erforderlich, um die Konkurrenzfähigkeit in der Forschung pharmacy online sicherzustellen. So werden bspw. allein in Berlin ab 2016 fünfzig neue Universitäts-Professuren im Bereich Informatik und Informationstechnik geschaffen (http://be-digital.berlin/jobs/).

Zur Rolle und Bedeutung der Informatik

Zur Rolle und Bedeutung der Informatik

Informatik ist die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts und laut Bundeskanzler Kern eines der Gebiete, die „in Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes ausmachen werden“[1]. Sie stellt Lösungen für die komplexen Probleme der heutigen Informations- und Wissensgesellschaft bereit und durchdringt zunehmend alle Bereiche der Wirtschaft und Verwaltung, aber auch des Alltagslebens. Auch andere Wissenschaften (von den Natur- und Ingenieurwissenschaften bis zu den Sozial- und Geisteswissenschaften) sind ohne Informatik-Knowhow und ohne intensive Forschungskooperationen mit InformatikerInnen kaum noch denkbar (Computational Science and Engineering, E-Science).

Informatik stellt daher einen hohen Produktivitäts- und Wirtschaftsfaktor dar. So macht bspw. der IKT-Sektor in Wien viermal so viel Umsatz wie der gesamte Tourismus; und in Deutschland sind mehr als die Hälfte der Startups im IKT Bereich tätig.[2] Österreich als florierender IKT-Standort ist sowohl auf universitäre Wissenschafts-Partner in der Grundlagen- und angewandten Forschung angewiesen als auch auf hervorragend ausgebildete AbsolventInnen. Der hohe Bedarf an qualifizierten Informatik-AbsolventInnen ergibt sich allerdings nicht nur aus den Erfordernissen des IT-Sektors, sondern InformatikerInnen werden zunehmend auch in allen Wirtschafts- und Industriebereichen gebraucht. Infolgedessen gibt es (wie Zahlen zumindest für Deutschland belegen) seit längerem Engpässe bei Stellenbesetzungen in der Informatik bei den AbsolventInnen eines zumindest modafinil vierjährigen Studiums.[3]

[1] derstandard.at/2000042649816/Zugangsbeschraenkungen-in-Informatik-fuer-Kern-nicht-akzeptabel (10.8.2016)

[2] KPMG (Hg.): 3. Deutscher Startup Monitor, 2015

[3] Bundesagentur für Arbeit (Hg.): Der Arbeitsmarkt für IT-Fachleute in Deutschland, 2016

Informatik an Österreichs Universitäten

Informatik an Österreichs Universitäten

Informatik als wissenschaftliche Disziplin ist in Österreich an sieben Universitäten sowohl in der wissenschaftlichen Forschung als auch in der wissenschaftlichen Lehre im Sinne eines vollen Studienangebotes (Bachelor- und Masterstudien aus Informatik einschließlich Wirtschaftsinformatik) vertreten[1]:

  • Universität Innsbruck
  • Universität Klagenfurt
  • Universität Linz
  • Universität Salzburg
  • Universität Wien
  • TU Graz
  • TU Wien

[1] Daneben bieten zwei Universitäten ausschließlich spezialisierte Masterstudien an (Medizinische Universität Wien – Medizinische Informatik, Wirtschaftsuniversität Wien – Information Systems).

Informatik-Forschung

Informatik-Forschung

Die Informatik an Österreichs Universitäten ist eine forschungsstarke Disziplin, die in einem ausgewogenen Maß sowohl angewandte als auch Grundlagenforschung betreibt. Die Stärke der universitären Informatik in der Grundlagenforschung ist die Voraussetzung für radikale Innovationen an der vordersten Front technologischer Entwicklung. Angesichts der rasanten Geschwindigkeit in der Informatik, mit der neue Erkenntnisse für Problemlösungen fruchtbar gemacht werden, kann man hier Entwicklungen äußerst rasch von den Grundlagen zur Anwendung bringen. So wurde zum Beispiel der Informatikforscher Gerhard Widmer für seine Beiträge in den Grundlagen der Musikinformatik mit einem Wittgensteinpreis des FWF ausgezeichnet, und gleichzeitig werden die von ihm entwickelten Musikempfehlungs­algorithmen in HiFi-Anlagen namhafter Hersteller eingebaut.

Die universitäre Informatik arbeitet stark mit der österreichischen Industrie zusammen, und stellt einen raschen und intensiven Technologie-Transfer her. Die Grundlagenforschung und die angewandte Forschung beflügeln einander wechselseitig und tragen so erheblich und direkt zum Erfolg der Industrie in Österreich bei (z.B. TTTech, Frequentis, NXP, Infineon Austria, Fabasoft, usw.). Eine maßgebende Rolle spielen hier u.a. die Förderprogramme der FFG, an denen sich die universitäre Informatik höchst erfolgreich beteiligt. Aus der Informatik gehen aber auch sehr viele Startups hervor, die einerseits im KMU-Bereich über B2B-Sevices die bestehende Firmen unterstützen, und andererseits mit ihren Produkten im internationalen Markt erfolgreich sind (z.B. Lixto, Bitmovin).

Die erfolgreichen Aktivitäten der universitären Informatik in der Grundlagenforschung spiegeln sich beispielsweise in zahlreichen Projekteinwerbungen beim FWF oder in hoch­rangigen Forschungspreisen, wie dem Wittgensteinpreis (2 PreisträgerInnen), dem START­-Preis (10 PreisträgerInnen) oder den prestigereichen ERC-Grants (11 Grants) wider. Die enge Forschungskooperation mit der Wirtschaft und Industrie werden unter anderem reflektiert durch die hohe Zahl an Drittmittelprojekten (neben den FFG-Projekten insbesondere EU-Projekte, sowie direkte Firmenkooperationen), 10 Christian-Doppler-Labors sowie 11 K-Zentren und 2 Laura-Bassi Centers of Expertise.

Die österreichischen Informatikfakultäten forschen auf hohem Niveau an einem breiten Forschungsspektrum. Die einzelnen Standorte arbeiten dabei an durchaus unterschiedlichen und diversifizierten Forschungsportfolien, die auch mit der jeweils lokalen Industrie korrelieren. In den Bereichen, wo an verschiedenen Standorten an verwandten Themen gearbeitet wird, gibt es enge Forschungskooperationen. So gibt es beispielsweise im Bereich Rigorous Systems Engineering eine enge Kooperation zwischen TU Wien, TU Graz, Universität Linz, Universität Salzburg und dem IST Austria (FWF-NFN, FWF-DK). Im Bereich Visual Computing ist dies ähnlich (v.a. TU Wien und TU Graz). Ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit der Universitäten in Österreich sind auch die K-Zentren, z.B. VRVis (TU Wien, Uni Wien, TU Graz), Pro2Future (Uni Linz, TU Graz), SBA (TU Wien, Uni Wien, TU Graz), CDP (TU Wien, Uni Wien).

In der Forschung kommt der Informatik an den einzelnen Universitäten außerdem große Bedeutung bei der Kooperation mit anderen Disziplinen zu (im Sinne des e-Science bzw. des Computational Science and Engineering). Denn informatische Problemstellungen und -lösungen werden nicht nur in allen Technikfeldern und in den Naturwissenschaften immer wichtiger, sondern zunehmend auch in den Sozial- und Geisteswissenschaften, was eine enge Zusammenarbeit von WissenschafterInnen der Informatik und anderer Disziplinen erforderlich macht. So befruchtet die Informatikforschung an den einzelnen Standorten sowohl die Industrie als auch die sonstigen Forschungsgebiete.

Informatik-Ausbildung

Informatik-Ausbildung

Sämtliche Berufe, die vom World Economic Forum unter die „10 jobs that didn’t exist 10 years ago“ gelistet werden, sind im Bereich Informatik angesiedelt.[1] Wir können für die nächste 10 Jahre eine ähnliche Entwicklung erwarten. Die österreichischen Informatikfakultäten tragen dem Rechnung, indem sie über eine enge Verknüpfung von Forschung und Lehre eine wissenschaftlich und methodisch orientierte Ausbildung bieten, welche auf fundierte Problemlösekompetenzen für die Praxis von morgen abzielt.

Die Bachelor-Studien der Informatik bieten an allen Universitäts-Standorten eine fundierte wissenschaftliche Grundausbildung in Informatik/Wirtschaftsinformatik. Diese folgt überall den international üblichen Standards einer solchen Grundausbildung (vgl. die Mustercurricula von ACM/AIS[2] und GI[3]), wobei manche Standorte die Akzentuierungen auf bestimme Ausprägungs- bzw. Vertiefungsfächer im Rahmen dieser Grundausbildung bereits in der Studienbezeichnung kenntlich machen.

Die Ausrichtung der Masterstudien an den einzelnen Universitäten folgt hingegen im Sinne der forschungsgeleiteten Lehre den Forschungsschwerpunkten der jeweiligen Standorte. Diese enge inhaltliche Verknüpfung von Forschungskompetenz und Masterstudien stellt eine innovative Ausbildung auf dem aktuellen Erkenntnisstand der Forschung sicher und stärkt so auch die Wirtschaft im internationalen Wettbewerb.

Der Österreichische Wissenschaftsrat hat in seiner Präambel zur Vorgehensweise im Projekt „Zukunft Hochschule“ hervorgehoben, dass Zielsetzung und Ausrichtung der Ausbildung an Universitäten einerseits und an Fachhochschulen andererseits unterschiedlich sind. Insofern unterscheiden sich die Informatik-Studien an den Universitäten bereits im Bachelorstudium grundlegend von den Studien an Fachhochschulen. Universitäre Informatik-Studien stellen eine forschungsorientierte, breite, wissenschaftlich-methodische sowie auf grundsätzliche, selbständige Problemlöse­kompetenz und analytisches Denken ausgerichtete Ausbildung bereit, welche auf die Befähigung der AbsolventInnen abzielt, vielfältige und komplexe Problemstellungen zu bearbeiten sowie auch zukünftige Entwicklungen und Technologien vorauszudenken. Um diese Art der Qualifikation zu sichern, benötigt man entsprechende Bachelor- und darauf aufbauende Masterstudien an Universitäten. Im Unterschied dazu zielen Fachhochschulausbildungen auf sehr konkrete, spezialisierte und Training beinhaltende Befähigungen hinsichtlich einer konkreten Berufspraxis ab. Die Anwendung von Werkzeugen und Methoden, die bereits im praktischen Einsatz sind, stehen in der Lehre im Vordergrund. Daher bieten Fachhochschulen schon auf Bachelor-Ebene keine allgemeine wissenschaftliche Grundausbildung, sondern eine gezielte umsetzungsorientierte Ausbildung in einem begrenzten Themenbereich, was sich sowohl in den Inhalten und Herangehensweisen der Lehrveranstaltungen als auch in den spezialisierten Bezeichnungen der FH-Studiengänge widerspiegelt.

In der Wirtschaft ist die Nachfrage sowohl nach AbsolventInnen universitärer Informatik-Studien als auch von Fachhochschulstudiengängen sehr hoch. Universitäre Masterstudien der Informatik setzen aber ein breite und grundlagenorientierte Bachelorausbildung voraus, die primär durch universitäre Bachelorstudien sichergestellt werden muss. Denn wegen des anders gearteten Charakters der Fachhochschul-Bachelor Studien aus Informatik erfordert ein Umstieg von AbsolventInnen dieser Studienrichtungen den Erwerb von entsprechenden Zusatzqualifikationen. Daher ist eine Stärkung und ein Ausbau der Bachelor- UND Masterstudien sowohl an Universitäten als auch an FHs erforderlich.

Anzumerken ist auch, dass das Betreuungsverhältnis in der Informatik in Österreich an mehr als der Hälfte der Universitäten, welche Bachelor- und Masterprogramme in Informatik anbieten, zwischen 36 und 45 StudentInnen pro ProfessorIn liegt (und zwar z.T. schon seit längerem), was im internationalen Vergleich sehr hoch ist und den Schweizer Richtwert von 25, den zu erreichen das BMWFW auch in Österreich anstrebt, weit übersteigt.

Eine dezentrale Ausbildung der Studierenden auf universitär hohem Niveau ist für den lokalen Arbeitsmarkt und für die in den Bundesländern ansässige Industrie von großer Bedeutung, da innovative Firmen auf InformatikerInnen angewiesen sind, die im methodisch-analytischen Denken geschult sind und die über die Kompetenzen verfügen, die komplexen Probleme von morgen zu lösen (z.B. Siemens, NXP, Infineon, AMS, AVL, Magna in der Steiermark; Infineon und Skidata in Kärnten; Intel und Oracle in Linz; Bernecker & Rainer, Porsche Informatics und Skidata in Salzburg; TTTech, Frequentis, Bosch, Siemens, RUAG Space, Elektrobit in Wien; ARZ, world-direct und Swarovski in Innsbruck). Das gleiche trifft für die Gründung von innovativen Start-Ups zu. Der enger fokussierte industriethemenspezifische Bedarf an Anwendungswissen sowie der rasche umsetzungsorientierte Einsatz von AbsolventInnen wird hingegen von den Fachhochschulen und HTLs abgedeckt.

[1] Rosamond Hutt, Rachel Hallett: 10 jobs that didn’t exist 10 years ago, World Economic Forum, 2016 

[2] ACM: Association for Computing Machinery (USA); AIS: Association for Information Systems (USA)

[3] GI: Gesellschaft für Informatik (D)

Bedarf an Informatik-AbsolventInnen

Bedarf an Informatik-AbsolventInnen

Gemessen am hohen Bedarf gibt es in Österreich nach wie vor (und auch in absehbarer Zukunft) zu wenig Informatik-AbsolventInnen.[1] Allerdings reichen an etlichen universitären Informatik-Standorten in Österreich die Ressourcen nicht aus, um die Nachfrage zu decken, weshalb an einigen Universitäten inzwischen Aufnahmeverfahren zur Sicherung der Qualität in der Ausbildung durchgeführt werden. Zwar verfügen einige universitäre Informatik-Standorte noch über freie Ressourcen, jedoch sind die in Österreich für universitäre Informatik-Studien vorhandenen Ressourcen in Summe nicht ausreichend, um den Bedarf an ausgebildeten InformatikerInnen zu decken. Aus diesem Grund ist ein weiterer Ausbau in der Informatik-Ausbildung bei gleichzeitiger Zuweisung finanzieller Ressourcen dafür dringend erforderlich, wobei der Ausbau der Kapazitäten in einem ausgewogenen Verhältnis auf Ebene der forschungsgeleiteten Lehre an den Universitäten einerseits und auf der Ebene der Anwendungslehre an den Fachhochschulen erfolgen müsste.

[1] Vgl. dazu Helmut Dornmayr: IT-Qualifikationen 2025. Analysen zu Angebot und Nachfrage. Kurzfassung des ibw-Forschungsberichts Nr. 170. Wien (ibw) 2012, insbes. S. 9.

Schlussfolgerungen und verstärkte Kooperation

Schlussfolgerungen und verstärkte Kooperation

Die Informatikfakultäten in Österreich stehen in engem Kontakt und gleichen ihre Studien ständig ab. Folglich haben wir folgende Situation:

  • Die Bachelorstudien an allen Standorten stellen eine breite, wissenschaftlich-methodisch orientierte Grundausbildung in Informatik/Wirtschaftsinformatik bereit.
  • Die Masterstudien an allen Standorten sind eng mit den Schwerpunkten in der Forschung verknüpft.
  • Wir bieten eine dezentrale Ausbildung der Studierenden, die für den lokalen Arbeitsmarkt und die in den Bundesländern ansässige Industrie sowie die Gründung von nachhaltig erfolgreichen Start-ups von großer Bedeutung ist. Darüber hinaus ist eine hinreichend große Anzahl an gut ausgebildeten UniversitätsabsolventInen ein notwendiges Argument für Betriebsansiedelungen. Somit sind Informatikfakultäten ein wichtiges Instrument zur wirtschaftlichen Entwicklung einer Region.
  • Den Informatik-Bereichen an den einzelnen Universitäten kommt eine große (auch strategische) Bedeutung in der Kooperation mit anderen Fächern (e-Science bzw. Computational Science and Engineering) zu.

Eine Verlagerung des Studienangebots von Universitäten weg an Fachhochschulen sowie das Lehrveranstaltungs-Sharing bzw. kooperative Studienangebote zwischen Universitäten und Fachhochschulen sind wenig zielführend, da

  • die Studien, Inhalte und Zugangsweisen der Lehrveranstaltungen an Universitäten und Fachhochschulen sich bereits auf dem Bachelor-Level grundlegend voneinander unterscheiden (breite zukunftsorientierte wissenschaftliche Grundausbildung vs. engerer Themenbereich mit fokussierten Befähigungen auf in Verwendung befindliche Werkzeuge und Methoden; Orientierung an Problemlösekompetenz und analytischem Denken vs. Umsetzungsorientierung)
  • ein großer Bedarf sowohl nach Universitäts-AbsolventInnen als auch nach FH-AbsolventInnen besteht (wobei beide benötigt werden und NICHT austauschbar sind)
  • eine stärkere funktionale Differenzierung (nicht Hierarchisierung!) zwischen Fachhochschulen und Universitäten wünschenswert ist (und nicht ein bspw. durch Lehrveranstaltungs-Sharing forciertes weiteres Schwächen einer in Österreich etwa im Vergleich zur Schweiz oder den USA ohnehin gering ausgeprägten funktionalen Differenzierung im tertiären Bildungssektor).

Da es zu wenige Ausbildungsressourcen im Bereich der Informatik gibt und eine starke Nachfrage nach InformatikabsolventInnen sowohl der Universitäten als auch der Fachhochschulen gegeben ist, benötigt es stattdessen dringend einen weiteren Ausbau in der Informatik-Ausbildung in beiden Sektoren bei gleichzeitiger Zuweisung entsprechender zusätzlicher finanzieller Ressourcen.

Eine verstärkte Kooperation zwischen den Universitäten in der Lehre sollte primär auf der Ebene der Doktoratsstudien erfolgen.

Denn die Zusammenarbeit von Universitäten im Rahmen der PhD-Ausbildung könnte Synergien heben (Einladung von hervorragenden internationalen WissenschafterInnen als GastprofessorInnen, gemeinsame Summer Schools, Integration ausländischer Studierender) und einen verstärkten wissenschaftlichen Austausch zwischen den DoktorandInnen an den einzelnen universitären Standorten begünstigen. Damit würde aber auch der Austausch und die Zusammenarbeit von Forschungsgruppen an unterschiedlichen Universitäten gefördert, zum Beispiel durch gemeinsame Betreuung von DoktorandInnen durch Supervisoren aus unterschiedlichen Universitäten.
Eine solche verstärkte Kooperation von Universitäten im Rahmen der DoktorandInnen-Ausbildung ist in verschiedenen Formen und Intensitäten denkbar (von der gemeinsamen Abhaltung von DoktorandInnen-Lehrveranstaltungen bis zur Kooperation von zwei oder drei Universitäten im Rahmen einer gemeinsamen PhD-School).

Einen weiteren Bereich verstärkter Kooperation zwischen den Universitäten stellt die Verbesserung der vertikalen Durchlässigkeit im universitären Bereich dar. Ziel ist es, dass AbsolventInnen von österreichischen universitären Bachelorstudien der Informatik ohne bzw. mit möglichst geringen Auflagen zu einem Masterstudium der Informatik an allen österreichischen Universitäten zugelassen werden. Die Übertrittsmöglichkeiten sollen allen Bachelorstudierenden transparent kommuniziert werden.

Annex

Annex

Die Informatik-Schwerpunkte der einzelnen Universitäten in der Forschung sind:

Universität Innsbruck:

  • Distributed and Parallel Systems
  • Intelligent, Interactive Systems and Semantic Technology
  • Logic and Computation
  • Software Quality, Security and Privacy

 

Universität Klagenfurt:

  • Networked and Autonomous Systems
  • Modeling, Simulation, and Optimization of Complex Systems
  • Engineering of Software, Data, and Knowledge-based Systems
  • Multimedia Systems

Universität Linz:

  • Computational Engineering
  • Intelligent Information Systems
  • Networks and Security
  • Pervasive Computing
  • Software Engineering

Universität Salzburg:

  • Software & Information Systems
  • Algorithms & Scientific Computing
  • Human-Centred Computing and Applications

Universität Wien:

  • Distributed and Multimedia Systems
  • Algorithms, Software and Computing Technologies
  • Knowledge‐Based Process Management

TU Graz:

  • Computational Life Sciences
  • Intelligent Systems
  • Security & Safety
  • Visual Computing

TU Wien:

  • Logic and Computation
  • Medieninformatik und Visual Computing
  • Technische Informatik
  • Verteilte und Parallele Systeme
  • Wirtschaftsinformatik

 

Die an den einzelnen Universitäten angebotenen Informatik-Studien sind:

Universität Innsbruck:

  • BA Informatik
  • MA Informatik
  • LA Informatik

Universität Klagenfurt:

  • BA Angewandte Informatik
  • BA Informationsmanagement
  • BA Informationstechnik
  • MA Angewandte Informatik
  • MA Informationsmanagement
  • MA Information and Communications Engineering
  • LA Informatik

Universität Linz

  • BA Bioinformatics
  • BA Informatik
  • BA Informationslelektronik
  • BA Wirtschaftsinformatik
  • MA Bioinformatics
  • MA Computer Science
  • MA Informationselektronik
  • MA Webwissenschaften
  • MA Wirtschaftsinformatik
  • LA Informatik

Universität Salzburg

  • BA Informatik
  • MA Informatik
  • MA Applied Image and Signal Processing
  • LA Informatik

Universität Wien

  • BA Informatik
  • BA Wirtschaftsinformatik
  • MA Informatik
  • MA Wirtschaftsinformatik
  • MA Medieninformatik
  • MA Bioinformatik
  • LA Informatik

TU Graz

  • BA Informatik
  • BA Softwareentwicklung-Wirtschaft
  • BA Information and Computer Engineering
  • MA Computer Science
  • MA Software Engineering and Management
  • MA Information and Computer Engineering
  • LA Informatik

TU Wien

  • BA Medieninformatik und Visual Computing
  • BA Medizinische Informatik
  • BA Software & Information Engineering
  • BA Technische Informatik
  • BA Wirtschaftsinformatik
  • MA Visual Computing
  • MA Logic and Computation (in englischer Sprache)
  • MA Medieninformatik
  • MA Medizinische Informatik
  • MA Software Engineering & Internet Computing
  • MA Technische Informatik
  • MA Business Informatics (in englischer Sprache)

(Download Positionspapier Aktionsfeld Informatik (pdf))


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