Hanspeter Mössenböck am ACSD 2018

Der Informatikunterricht sollte Computational Thinking als Basiskompetenz für das digitale Zeitalter lehren und eine Grundlage für die spätere berufliche oder akademische Karriere legen.


Im Rahmen des  Austrian Computer Science Day (ACSD) fand im Juni 2018 eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema „Wie gut ist die Informatikausbildung an Österreichs Schulen?“ statt. Wir haben hier den Diskussionsbeitrag von Hanspeter Mössenböck, Leiter des Instituts für Systemsoftware an der Johannes Kepler Universität Linz, zusammengefasst.

Seit Jahren ist die Informatik in Österreich als zweistündiges Pflichtfach in der Oberstufe der AHS verankert. In Zukunft soll sie im Rahmen der Digitalen Grundbildung sogar in der Unterstufe gelehrt werden. Mössenböck ging in seinem Diskussionsbeitrag näher auf die Frage ein, welche Inhalte im Informatikunterricht in der AHS vermittelt werden sollten.

Welche Inhalte sollen in der AHS gelehrt werden?

Fr Mössenböck stehen eindeutig die Grundlagen der Informatik, die in allen Gebieten des späteren Berufsleben nützlich sind, im Vordergrund: „Wir sollten diese Zeit nutzen, um jungen Leuten jene Grundlagen zu vermitteln, die sie in der heutigen Welt brauchen. Wir sollten sie aber nicht zu bloßen Anwendern erziehen, sondern vor allem zu Problemlösern mit ausreichendem Verständnis der Grundlagen.“ Was sind nun diese fundamentalen Konzepte der Informatik, die jeder junge Mensch kennen und verstehen sollte, egal ob er oder sie später Arzt, Manager, Lehrer oder Ingenieur wird? Laut Mössenböck sind das Logik, algorithmisches Denken, Modellierung und Abstraktion sowie grundlegende Datenorganisation.  Dieses „Computational Thinking“ als Basiskompetenz für das digitale Zeitalter sollte im Rahmen des Informatikunterrichts unbedingt gelehrt werden.

Medienkompetenz, Sicherheitsfragen oder Datenschutz sind natürlich auch Bereiche, die mit dem Themenbereich Informatik zu tun haben, sie sollen aber laut Mössenböck nicht den Schwerpunkt des Informatikunterrichts darstellen. Denn: „Im Mittelpunkt der Informatikausbildung muss die eigentliche Informatik stehen!“

Die Art, wie diese grundlegenden Konzepte der Informatik gelehrt werden, kann durchaus spielerisch mit graphischen Programmiersprachen, Apps oder Baukästen á la Lego Mindstorms erfolgen. Wichtig ist Mössenböck, dass nicht bloße Anwendungen gelehrt werden, sondern Konzepte wie Logik, algorithmisches Denken oder Abstraktionsvermögen, die auf andere Gebiete übertragbar sind.

Hier können Sie das Paper zum Diskussionbeitrag von Hanspeter Mössenböck nachlesen

Die Statements der weiteren Diskussionsteilnehmer finden sie ebenfalls online. Moderator der Podiumsdiskussion war Gerald Futschek, TU Wien


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