Stefan Szeider – InformatikerIn der Woche

"Die Informatik bietet schier unbegrenzte Möglichkeiten für kreative Geister."

Stefan Szeider lehrt und forscht an der Fakultät für Informatik an der TU Wien. Er leitet die Algorithms and Complexity Group und das Vienna Center for Logic and Algorithms. Davor war er mehrere Jahre in Kanada und Großbritannien tätig. 2009 wurde seine Arbeit mit einem ERC Starting Grant ausgezeichnet. Seine Forschungsschwerpunkte beinhalten die Entwicklung und Analyse effizienter Algorithmen für Probleme der künstlichen Intelligenz.

Stefan-Szeider-Web

Woran arbeiten Sie zur Zeit?

Es gibt wichtige Berechnungsprobleme, die als nicht effizient lösbar gelten. Dennoch versuche ich für solche Problem effiziente Lösungsalgorithmen zu entwicklen. Der Trick ist, spezielle Eigenschaften der Problemstellungen, die sich aus den Anwendungen ergeben, auszunutzen. Wie Bart Selman einmal sagte, ist die Welt zum Glück freundlicher als es die Theorie der Worst-Case-Koplexität nahelegt.

Hier ist ein Link zu aktuellen Forschungsprojekten meines Arbeitsbereichs.

Was ist für Sie Informatik?

Neben Informationstechnik, Innovation und mathematischen Grundlagen werden bei der Informatik auch gesellschaftspolitische und ethische Fragen immer wichtiger (Stichwort Privacy)

Was sind für Sie Herausforderungen der Gegenwart, bei denen Informatik helfen kann?

Beispielsweise kann die Informatik mit schlauen Optimierungsalgorithmen dazu beitragen, kostbare Ressourcen wie Energie, Rohstoffe und Wasser zu sparen. Mit neuen Machine-Learning-Methoden können Effekte des Klimawandels besser prognostiziert werden

Was haben Sie in der Auseinandersetzung mit Informatik gelernt? 

Abstraktion ist der Schlüssel, der Blick auf das große Ganze. In der Informatik würde man nicht weit kommen, wenn man immer an Nullen und Einsen denkt, die der Informationsverarbeitung zu Grunde liegen.

Warum sollten sich StudentInnen für Informatik entscheiden?

Die Informatik bietet schier unbegrenzte Möglichkeiten für kreative Geister. Spass an der Lösung kniffliger Probleme ist sicher eine gute Voraussetzung für das Informatikstudium.

Was fehlt der Informatik in Österreich?

Schon in der Schule sollten Grundprinzipien der Informatik vermittelt werden (Stichwort Computational Thinking); die universitäre Grundlagenforschung gehört dringend stärker gefördert. Das sind Investitionen in die Zukunft.



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