Informatik-Offensive für Österreich!

Informatik Austria begrüßt die Vorschläge des Wissenschaftsrats zur Aufwertung von Informatik an Österreichs Universitäten.

In der Corona-Pandemie sehen wir es einmal mehr: Wir kommunizieren mit Daten und Visualisierungen, analysieren komplexe Prognoseszenarien, arbeiten mit Modellrechnungen und warten gespannt auf neue Berechnungen großer Datenmengen aus allen Ecken der Welt. All das wäre ohne Informatik undenkbar.

Informatik ist eine der wissenschaftlichen Kerndisziplinen unserer Zeit und als solche eine wichtige Basis für wissenschaftlichen Fortschritt in nahezu allen Disziplinen. Kommunikation, Mobilität, Gesundheit – praktisch alle relevanten Innovationen in diesen wichtigen Gebieten sind auf Grundlagenforschung in der Informatik und die fächerübergreifende Zusammenarbeit mit Forschenden aus anderen Gebieten zurückzuführen.

Österreichische Universitäten leisten einen wichtigen Beitrag dazu – zahlreiche ERC Grants und andere Auszeichnungen für heimische ForscherInnen zeigen das Jahr für Jahr. Um die gute Position der Informatik in Österreich abzusichern und auszubauen, sind allerdings weitere Maßnahmen notwendig.

Zu den Kernforderungen von Informatik Austria gehören seit langem die Einführung eines Pflichtfachs Informatik in den Schulen vom Beginn der Unterstufe bis zur Matura, sowie eine Stärkung der Informatikforschung durch gut ausgestattete Universitäten und Maßnahmen zur besseren Vernetzung der Forschenden. “Eine groß angelegte österreichweite Informatik-Offensive ist dringend erforderlich, um das nötige Grundlagenwissen für die Anwendungen der Informatik bereitzustellen und ausreichend Expert*innen auszubilden. Nur so kann der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Österreich gestärkt und abgesichert werden,” bekräftigt Gerald Steinhardt, Vorsitzender von Informatik Austria.

Umso begrüßenswerter ist es, dass der Wissenschaftsrat in seinem eben veröffentlichten Bericht zur Lage der Informatik in Österreich (https://www.wissenschaftsrat.ac.at) zu ähnlichen Empfehlungen kommt:

  • Informatik als eigenständiges Pflichtfach muss ab der Sekundarstufe an den Schulen eingeführt werden.
  • Universitäten müssen mit weiteren Professuren – und diesen zugeordneten Forschungsgruppen und Labors – ausgestattet werden.
  • Informatik-Professuren müssen fachlich möglichst breit ausgeschrieben werden, um die international besten Forscher*innen für österreichische Universitäten zu gewinnen.
  • Und schließlich soll die Zusammenarbeit zwischen Forschenden in Österreich durch eine finanzierte und gemanagte Vernetzungsplattform unterstützt und erleichtert werden.

Diese vier Maßnahmen – Ausbau des Pflichtfaches Informatik an den Schulen (mit verbesserter Ausbildung der Informatik-LehrerInnen), gut ausgestattete neue Professuren an den Universitäten, neue Wege in der Besetzung von Professuren und eine Vernetzungs- und Kooperationsplattform für die Forschung in Österreich – sind die wichtigsten Eckpfeiler einer dringend notwendigen Informatik-Offensive für Österreich, für die Informatik Austria eintritt.

Ziel der geforderten Informatik-Offensive ist es, die Exzellenz der Forschung und der Lehre sicherzustellen. Das verankert Informatik als wichtigen Erfolgsfaktor auch für andere Disziplinen und unterstützt den Wissenstransfer von der Grundlagenforschung in anwendungsorientierte Forschung und Wirtschaft.

Ein deutlicher Ausbau der Informatik an den Universitäten und eine funktionierende Vernetzung- und Kooperationsplattform sind wichtige Maßnahmen, um die dringend benötigte Erhöhung der Ausbildungskapazitäten im Bereich der Informatik zu erreichen sowie um fächerübergreifender Forschung einen zusätzlichen effizienten Rahmen zu geben.

Die rasche Einführung des Pflichtfaches Informatik vom Beginn der Unterstufe bis zur Matura ist dringend erforderlich, um jungen Menschen die in Alltag und Beruf benötigten grundlegenden Informatik-Kenntnisse zu vermitteln, und sie so zu aktiven ProblemlöserInnen und kreativen GestalterInnen der digitalen Welt zu machen.

In unserer Vorstellung ist Österreich ein Land, dass sich seine digitale Zukunft nach seinen eigenen Vorstellungen und Werten selbst gestaltet und nicht nur vom Konsum amerikanischer oder chinesischer Technologie abhängig ist. Dazu ist es unumgänglich, sowohl allen Schulkindern die Ideen der Informatik zu vermitteln, als auch in den Universitäten die Grundlagen der Informatik und damit unserer Zukunft zu erforschen und zu lehren.