Informatik für Integration

Universitäten sind offene Orte der Begegnung. Offenheit und Bildung sind die wichtigsten Bausteine für Integration – nicht zuletzt öffnen sich Österreichs Universitäten jetzt für Flüchtlinge. Mit der Initiative „More“ schafft die Universitätenkonferenz jetzt die Rahmenbedingungen, die Menschen auf der Flucht den Zugang zu Universitäten ermöglichen.

Dazu gehören unbürokratische Verfahren zur Feststellung von Vorkenntnissen, Sprachförderung, Zugang zu Bibliotheken, der Erlass von Studiengebühren und ein Buddy-System für Hilfe bei der Orientierung an den Universitäten.

Die Initiative ist ausbaufähig: „Wir denken darüber hinaus in einer weiteren Phase des Projekts an eine Art No-Border-Academy als Plattform zum Austausch von Wissen. Gemeinsam mit Asylsuchenden, die einen akademischen Abschluss haben, können dort Veranstaltungen konzipiert und Seminarangebote entwickelt werden, in denen diese als Vortragende ihre Kenntnisse weitergeben können“, sagt Elisabeth Fiorioli, Generalsekretärin der Universitätenkonferenz.

Informatik Austria und die Informatik-Fakultäten und -Institute der österreichischen Universitäten unterstützen diese Initiative und entwickeln bereits Angebote für Asylsuchende. Die Informatik-Institute der Universität Klagenfurt werden 50 Studienplätze für Flüchtlinge anbieten und starten mit einem Einführungskurs in objektorientierter Programmierung.

Die Fakultät für Informatik der Technischen Universität Wien wird Asylsuchende als außerordentliche HörerInnen aufnehmen und plant die Einrichtung eines Buddy-Systems. Überdies wird eine Fortsetzung der Initiative Welcome.TU.Code geprüft: Unter diesem Namen organisierte die Fakultät den Sommer über Informatikgrundkurse für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Vortragenden dabei waren Studierende.

„Wir können nicht zulassen, dass hier eine verlorene Generation entsteht“, erklärt  Heinrich Schmidinger, Präsident der Universitätenkonferenz, die Beweggründe der Initiative.

„Gerade in der Informatik können wir den Vorteil nutzen, in unserer Arbeit relativ sprachunabhängig zu sein. Ein Informatikstudium umfasst weit mehr als nur zu Programmieren – aber hier haben wir eine Einstiegsmöglichkeit, auch wenn die Sprachbarrieren anfangs vielleicht groß sind“, meint Gerald Steinhardt, Dekan der Fakultät für Informatik der TU Wien. “Unsere Sommer-Initiative Welcome.TU.Code hat jedenfalls  gezeigt, dass es sehr großes Interesse an Informatik gibt.”