Covid-19: Home Schooling mit Informatik

Schulen bleiben bis auf weiteres geschlossen. Während MaturantInnen heuer wohl noch mit einem Abschluss rechnen dürfen, stellen sich viele schon darauf ein, dass Jüngere wohl erst wieder im Herbst die Schule besuchen werden. 

Da bleibt einiges auf der Strecke – und die Nerven der mit Home Office und Home Schooling doppelt belasteten Eltern werden ordentlich strapaziert. 

Informatik Austria hat Empfehlungen von Expertinnen der Informatik-Didaktik gesammelt, wie Kinder leicht und einfach in die Welt der Informatik eintauchen können. Das beschäftigt Kinder, entlastet Eltern – und sorgt für sinnvolle Beschäftigung. Über die Initiative wurde auch in Help, dem Ö1-Konsumentenschutzmagazin, berichtet.

Einige dieser Anwendungen funktionieren auf Tablets am besten, für andere ist ein Browser mit Internetverbindung ausreichend. 
Manche Anwendungen sind auch geeignet, Kinder ohne viel weitere Anleitung in die Informatik einzuführen: 

Für die Jüngsten empfiehlt Andreas Bollin, Informatik-Didaktiker an der AAU Klagenfurt, Scratch Junior. Hier sind die wesentlichsten Funktionen in einer Tablet-App zusammengefasst. Scratch Junior richtet sich an 5-7jährige Kinder, die mit diesem Tool spielerisch erste eigene Schritte setzen können.
Für etwas ältere Kinder empfiehlt Bollin Swift Playgrounds, ebenfalls eine Tablet-App. Hier wird erstes Coding Know How vermittelt, indem man lernt, eine virtuelle Figur durch 3D Welten zu navigieren. 

Barbara Sabitzer und Corinna Kröhn vom Cool Lab der JKU Linz setzen ebenfalls auf Scratch: „Das ist der Klassiker schlechthin, um ins Programmieren einzusteigen oder sich weiterzubilden.” Alle notwendigen Tools und auch zahlreiche Tutorials für Anfänger und Fortgeschrittene findet man auf  https://scratch.mit.edu/ . Wer ein wenig Unterstützung bei der Orientierung braucht, findet beispielsweise bei  Robomaniac Unterstützung. Als Anbieter von Online-Robotik-Kursen bietet RoboManiac gerade eigene Scratch-Tutorials für Kinder ab der Volksschule an. 

Code.org und Beetleblocks sind weitere Anlaufstellen für jene, die verschiedene Kurse und Tutorials ausprobieren und sich ihr Programm selbstständig zusammenstellen wollen. 

Und wer weitere Herausforderungen braucht, wird beispielsweise auf den Seiten der Informatikwerkstatt der AAU Klagenfurt fündig. Hier gibt es unter anderem viele Übungen für die Programmierung des Mini-Computers micro:bit. Wer diesen nicht hat und auch nicht bestellen möchte, für den sind auch digitale Simulationen verfügbar – man sieht die gleichen Ergebnisse. 
Die Materialbörse der Informatikwerkstatt bietet viele weitere Anregungen
So kann man sich etwa auch eine eigene Turing Tumble-Maschine bauen.Turing Tumble ist ein Spiel, bei dem die Spieler und Spielerinnen mechanische Computer mit Hilfe von Murmeln bauen, um Logikrätsel zu lösen. Während des Spiels lernen sie wichtige Konzepte der Informatik kennen und lernen außerdem, wie Computer auf einer grundlegenden Ebene funktionieren: wie einfache Schalter, die auf interessante Weise miteinander verbunden sind, zu unglaublichen Ergebnissen führen.
Wer keine Turing Tumblr-Maschine hat, kann sich auch problemlos mit Onlinesimulatoren behelfen. Die gibt es als bereits fertig verfügbar (zB.  https://www.lodev.org/jstumble/) oder für Fortgeschrittene zum Selberbauen (zB. https://jessecrossen.github.io/ttsim

Mehr Information und Angebote rund um Weiterbildung und Onlinekurse hat Informatik Austria im Informatik Kompass gesammelt. Dort finden sich Angebote der österreichischen Universitäten für Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrer.